IPTV

Der Begriff IP TV geistert schon seit einiger Zeit durch Netz und Nachrichten. Das „Internetfernsehen“ ist längt kein Insider-Tipp mehr. Immer mehr Menschen benutzen diesen alternativen TV-Empfangsweg.

Doch was ist IPTV genau?

IPTV steht für „Internet Protocol Television“. Damit ist die Übertragung von Fernsehprogrammen und Spielfilmen mittels des Internet Protokolls gemeint. Hauptanbieter sind in Deutschland Telekom und Vodafone.

IPTV dient als alternative Möglichkeit zu den altbekannten TV-Übertragungs-Verfahren wie Kabelfernsehen, DVB-T und Satellitenübertragung.
Via IPTV kann man multimediale TV-Inhalte auf dem Computer, Handy oder (Smart-) Fernseher empfangen.

Oft wird vom Nutzer nicht einmal bemerkt, dass er sein Fernsehprogramm über dieses Verfahren empfängt.
Laut German Entertainment Outlook 2012 haben in diesem Jahr 1,5 Millionen Haushalte ihr Fernsehprogramm über diesen Kanal empfangen. Prognosen gehen von einem starken Zuwachs aus. Bis 2016 soll die Anzahl der Haushalte mit IPTV auf 2,5 Millionen steigen (Quelle: Statista.com).

Was sind die Vorteile von IPTV?

Die meisten Vorteile von IPTV liegen auf der Hand.
Durch die Internetübertragung kann eine große Anzahl von TV-Sendern genossen werden. Das Fernsehen ist hochauflösend und bietet eine super digitale Qualität.

Da die Daten über das Internet übertragen werden, ist auch automatisch ein Rückkanal gegeben. Das bedeutet, dass der Nutzer quasi fähig ist eine „Reaktion“ an den Sender zurück zuschicken, was beim herkömmlichen Fernsehen nicht möglich ist.
Der TV-Nutzer kann in das Geschehen miteingreifen und durch den Rückkanal alle möglichen Daten aktiv oder passiv an den Sender senden.

Der Rückkanal kann auch für interaktive Sendungen verwendet werden. Beispielsweise Quizshows, in denen von zu Hause aus die eigenen Antworten gesendet und in den Sendungsverlauf miteingebracht werden können.

Dieser Rückkanal wird vor allem für die Bereitstellung von Video-on-Demand-Diensten genutzt. Alle IPTV-Anbieter bieten den Zugriff auf eine eigene Online-Videothek.

Der Nutzer kann von seinem Fernseher aus die Angebote der Provider abfragen und die Filme direkt auf seinem Fernseher via Streaming oder Download anschauen.
Entertain, das IPTV-Angebot von der Telekom bietet mit über 35000 Titeln das zurzeit größte VoD-Angebot für seine Kunden.

-> Zum Angebot der Telekom

Kabel Deutschland bietet diese Möglichkeit auch an. Jedoch auf Kabel basierend, was bedeutet, dass die Suche und Buchung über das Internet und die Ausglieferung des Films über Kabel gehandhabt wird.

-> Zum Angebot von KabelBW

Ein Nebeneffekt ist die Erhöhung der Datenübertragungsrate bei der Nutzung der Breitbandverbindung.
So werden nicht nur „reine Fernsehdaten“ übertragen und der Videotext kann ausführlicher genutzt werden um mehr Informationen in einem ansprechenderen Design zu übertragen.

Die höhere Bandbreite führt auch dazu, dass bei Filmübertragungen mehrere Tonkanäle mitgesendet werden können und so der Film auch in Originalsprache oder in Fremdsprachen angeschaut werden kann.

Alle IPTV-Provider stellen ihren Kunden eine Multimedia-Box mit Festplatte kostenlos oder gegen Aufpreis bereit.
So bietet T-Online z.B. den T-Home Receiver 300 oder Vodafone den Vodafone TV Center an. Diese ermöglichen es laufende Übertragungen anzuhalten, verzögert anzusehen oder sogar zurück zu spulen.
So können beispielsweise kritische Fußballszenen in aller Ruhe wiederholt angesehen werden. Fernsehen wird zu einem ganz neuen Erlebnis.

Diese Multimedia-Boxen ermöglichen auch das Speichern und spätere Aufrufen von Sendungen und Filmen. Auch Serienaufnahmen können gemacht werden.

Die Box speichert z.B. die Lieblingssendung nach Programmierung automatisch und ermöglicht so den TV-Genuss auch am nächsten Tag.
IPTV bietet somit die Möglichkeit, dass sich das Fernsehen deinem Leben anpasst und nicht umgekehrt.

Die Speicherkapazitäten der Boxen sind indessen variabel. Sie reichen von 320 GB (Vodafone TV Center) bis 500 GB (Media Receiver 303, T-Online).

Was sind die Nachteile von IPTV?

Zuerst muss erwähnt werden, dass die Verfügbarkeit nicht überall gegeben ist.
Mindestvoraussetzung ist ein DSL-Anschluss und eine IPTV-Set-Top-Box.

Durch die Internetübertragung werden natürlich auch mehr Netzressourcen verbraucht.
Auch bei der Nutzung von VoD-Diensten müssen möglicherweise Abstriche gemacht werden, da auch mit Multimedia-Box Wartezeiten durch den Filmdownload entstehen können.
Die Vertragsbindung könnte ebenfalls zum Nachteil werden. Wie beim Kabelfernsehen, muss auch bei IPTV ein Vertrag mit dem Anbieter-Unternehmen geschlossen werden.

Allerdings wird beim IPTV meist ein „Bundle“ angeboten, was TV, Telefon und Internet beinhaltet. Dies mag zwar praktisch sein, erschwert aber den Wechsel zu Konkurrenten.

IPTV kann meist nicht einfach nach Lust und Laune angeschafft werden, sondern setzt auch die Umstrukturierung bestehender Telefon- und Internet-Verträge voraus.

Auch ein Ausfall der Multimedia-Box würde möglicherweise Probleme bei allen drei Diensten : Fernsehen, Internet und Telefonempfang, verursachen.

 Vergleich IPTV mit Kabel und den anderen Übertragungsarten

 IPTVSatellitKabelAntenne
(DVB-T)
Web TV
Große Auswahl an Free- TV-SendernMöglichMöglichMöglichEingeschränkt möglichNicht möglich
HD InhalteMöglichEingeschränkt möglichEingeschränkt möglichNicht möglichEingeschränkt möglich
Video-on-DemandMöglichNicht möglichNicht möglichNicht möglichMöglich
Premiumsender / Pay-TVMöglichMöglichMöglichNicht möglichNicht möglich
Zeitversetztes FernsehenMöglichEingeschränkt möglichEingeschränkt möglichEingeschränkt möglichEingeschränkt möglich
Austausch mit anderen Nutzern / InteraktivitätEingeschränkt möglichNicht möglichNicht möglichNicht möglichMöglich
Auf Fernsehgerät empfangbarMöglichMöglichMöglichMöglichEingeschränkt möglich